Kopfbild

Unser Ansatz

Das Bild von Bildung und Lernen ist in unserer Gesellschaft für die meisten Menschen verbunden
mit schulischem Lernen, image1mit vorgegebenem Unterricht nach vorgegebenen Bildungsplänen, mit vorgegebenen Lehrmitteln, zu vorgegebenen Zeiten in einem vorgegebenen Gebäude, das „Schule“ genannt wird. Viele, die das erste Mal mit dem Thema „Bildung ohne Schule“ konfrontiert werden, denken daher an all das, nur ohne das vorgegebene Schulgebäude, sondern zu Hause – am Küchentisch oder womöglich in einem entsprechend hergerichteten Lernzimmer.

Bildung ist aber viel, viel mehr und kann auch völlig anders aussehen. Daher ist unserer Ansicht nach das Wichtigste, dass wir uns einen anderen Blick auf Lernen und Bildung aneignen, denn Lernen findet ohnehin ständig statt. Wir Menschen können gar nicht anders, wir lernen vom Anfang unseres Lebens an immerzu. Die Wissbegier und das Entdecken-wollen sind uns angeboren.

 

Wir können das bei kleinen Kindern beobachten. Sie brauchen keinen Unterricht, um Krabbeln,
Sitzen, Laufen oder Sprechen zu lernen. Sport1Was sie allerdings brauchen, ist jemand, der es ihnen ermöglicht, sich zu entfalten und zu entwickeln – der einen sicheren Platz schafft, wenn sie diesen fürs Laufenlernen brauchen, der mit ihnen spricht, damit sie Sprechen lernen. Alan Thomas (Entwicklungspsychologe, Forschungen zu informellem Lernen) ) sagt im Film „Being and Becoming“: „Warum verkehrt sich die Pädagogik im Alter von fünf oder sechs Jahren ins Gegenteil – vom komplett autonomen Lernen für alle Kinder hin zu einer komplett anderen Art des Lernens? Wenn etwas funktioniert sollte man es nicht ändern.“

Ja, warum eigentlich! Gibt es doch schon viele junge Menschen, die ohne Schule weiterhin so lernen konnten wie im Kleinkindalter und die auf ebensolche Weise Lesen, Rechnen, Schreiben und noch viel mehr gelernt haben.

Nun wachsen in unserer Gesellschaft mit einer gesetzlich vorgegebenen Schulbesuchspflicht nur wenige junge Menschen im schulpflichtigen Alter so auf und die Vorstellung, dass sich junge Menschen ohne Schule und sogar selbstbestimmt bilden,
ist für viele noch nicht annehmbar.

 

Gleichzeitig wird die Zahl der Menschen immer größer, die Bildung ohne Schule leben wollen. Es gibt Eltern, die schon vor der Schulzeit ihrer Tochter oder ihres Sohnes die Entscheidung für eine selbstbestimmte und selbstorganisierte Bildung treffen.  Diese Eltern machen sich oft schon von Geburt an kundig, welche Bildungswege möglich sind und sehen den Weg der selbstorganisierten Bildung als den für ihre Familie und ihre Kinder stimmigsten Weg an. In anderen Familien entsteht der Entschluss zu selbstorganisierten Bildung durch ein „Nein!“ von Tochter oder Sohn zum weiteren Schulbesuch. Dies kommt in allen Altersstufen vor, oft wird dieses Nein schon kurz nach der Einschulung oder sogar schon im Kindergarten geäußert. Dieses Nein wahrzunehmen und zu akzeptieren kann eine Zeit lang dauern; oft wird es auch erst nach einem langen schulischen Leidensweg ernst genommen.

 

Teilweise kommt der Wunsch nach Bildung ohne eine Institution wie Schule, formale Ausbildung oder Universität auch noch später auf. Zunehmend entscheiden sich auch Jugendlichen und junge Erwachsene dazu,  sich auf eine Abschlussprüfung selbstständig vorzubereiten oder auch ihre Ausbildung in die eigene Hand zu nehmen.

 

Arbeit_PC1Beim selbstbestimmten Lernen ist jeder in seiner ganz eigenen Situation. Ganz selten gibt es gleiche Ausgangssituationen, aber auch wenn es diese gäbe, sind die Interessen bei jedem Menschen so unterschiedlich, dass es kein festgelegtes Programm geben kann. Bei Schulaussteigern steht oft im Vordergrund, wie die Lernfreude wieder gefunden werden kann, bzw. was denn eigentlich die eigenen Interessen sind. Bei jungen Menschen, die schon länger selbstbestimmt lernen, geht es oft darum, neues Lernmaterial zu finden oder sich im Vergleich zu Gleichaltrigen in der Schule einschätzen zu können. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann es darum gehen, wie auch ohne Schulabschluss ein Ausbildungsplatz gefunden werden kann oder wie die Bedingungen für die Schulfremdenprüfungen zum Erwerb der verschiedenen Schulabschlüsse sind.

Wir von Kern-Bildung schauen uns jede einzelne Situation an, geben Informationen (z.B. über verschiedene Bildungswege oder zu den Abschlussprüfungen), beantworten die anstehenden Fragen und sehen uns als Unterstützer dabei, die eigenen Interessen zu verfolgen oder wiederzuentdecken und Möglichkeiten aufzuzeigen, die eigenen Ziele zu verwirklichen.